Tag 4 - 3.10.2012

Potsdam


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Tour mit dem Wohnmobil durch Potsdam

Die heutige Strecke fahren wir nicht mit dem Fahrrad, sondern nehmen das Wohnmobil gleich mit, da wir ohnehin im Anschluss nach Berlin weiterfahren möchten.

Zunächst führt es uns zum Neuen Garten. Hier stehen Parkplätze zur Verfügung, so dass es auch kein Problem ist, das Fahrzeug unterzubringen.

 

Einen Plan des Parks finden Sie hier

 

Schloss Cecilienhof ist das erste Ziel im neuen Garten. Kaiser Wilhelm II ließ es 1914 für seinen Sohn Kronprinz Wilhelm und dessen Gattin Cecilie erbauen. Hier fand 1945 die Konferenz der Siegermächte statt. Heute beherbergt das Schloss ein Hotel.

Der Architekt Paul Schultze-Naumburg orientierte sich am englischen Tudor-Stil. Uns gefällt das Anwesen sehr gut. Es strahlt Atmosphäre aus.

Der Eiskeller (1791) diente zum Frischhalten der Lebensmittel und wurde in Form einer Pyramide gebaut. Friedrich Wilhelm II gehörte den Freimaurern an und hat hier eines ihrer Symbole verwendet.

 

1787-1792 entstand der Marmorpalais. Unterhalb der Terasse liegt am Seeufer die ehemalige Schlossküche im Stil einer Tempelruine. Der halbversunkene Tempel wurde 1788–1790 von Langhans gestaltet. Ein unterirdischer Gang verband sie mit dem Schloss.

Leider ist die Küche im Moment eingerüstet, so dass ein vernünftiges Foto im Moment nicht möglich ist.

Wir kommen zur Orangerie (1791-1793) und sind zunächst einmal enttäuscht. Eine Sphinx und 2 ägyptische Götter bewachen den Eingang und das sieht ja auch ganz nett aus. Aber - so klein? Ist das alles? Wir gehen links am Eingang vorbei und sind nun doch beeindruckt....

Die Muschelgrotte (1791-1794) müssen wir erst einmal suchen. Sie liegt etwas versteckt. Von außen wirkt sie eher unscheinbar, die 3 Innenräume sollen allerdings sehr schön sein. Eine Besichtigung ist nicht möglich, sie wird wohl gerade renoviert.

Die Muschelgrotte diente als Aufenthaltsort für Teegesellschaften.

 

In Sichtweite der Muschelgrotte liegt die Meierei (1790-1792). Zur Versorgung der Hofgesellschaft wurde eine Molkerei benötigt, die hier entstand.

 

Wir fahren zum Bahnhof Potsdam und parken dort gegenüber auf einem großen Parkplatz. Vor dem Parkplatz steht ein Polizeiwagen und die meisten, die hier ankommen ziehen einen Parkschein. Ein Schild weist darauf hin, dass ein Parkschein zu ziehen ist, aber nur von Montag bis Samstag. Wir haben zwar heute nicht Sonntag aber den 3. Oktober, was ja bekanntlich ein Feiertag ist und Feiertage werden wie Sonntage behandelt.

Wir parken also ohne, schwingen uns auf unsere Räder und fahren vergnügt Richtung Wissenschaftspark. Das Vergnügen auf meiner Seite währt aber nicht lange - es geht bergauf und das ziemlich steil. (Telegrafenberg 94m) Also schiebe ich streckenweise und wir erreichen den Wissenschaftspark Albert Einstein. Ein freundlicher Pförtner drückt uns einen Plan des Parks in die Hand. Eintritt kostenfrei!

Der Park besteht bereits seit 170 Jahren. Zunächst gab es hier einen optischen Telegrafen, der Signale zwischen Berlin und Koblenz ermöglichte.

1876 begann der Bau des Astrophysikalischen Observatoriums, des ersten seiner Art auf der Welt. Wilhelm Julius Foerster begann hier mit der Spektralanalyse des Lichtes aus dem Kosmos und legte damit den Grundstein für die Astrophysik.

 

Uns zieht es zum Einsteinturm. Das 1919-1922 entstandene Gebäude sieht selbst heute noch modern aus. Im Turm befindet sich ein Teil des astrophysikalischen Instituts Potsdam.

Eine Besichtigung des Turms und auch des Refraktorgebäudes ist wohl möglich, muss aber vorangemeldet werden.

Mich stört das nicht weiter, Astrophysik ist sowieso nicht gerade mein Fachgebiet :-),

Der Turm ist auch von außen nett anzusehen.

Zurück ist der Weg schon viel angenehmer und wir sind im nu wieder am Wohnmobil. Kein Strafzettel dran - prima!

Unser letztes Ziel in Potsdam ist der Park Babelsberg. Da wird es etwas schwierig, einen Parkplatz zu finden. Es ist schon Mittag, Feiertag, das Wetter ist super und alle Leute sind auf den Beinen.

Wir haben in einer Seitenstraße Glück. Nach einer kleinen Stärkung entscheiden wir uns wieder für die Räder. Auch in diesem Park darf nur auf dem Hauptweg gefahren werden, aber alles, was interessant ist, liegt sowieso am Hauptweg. Oder man muss halt ein Stückchen schieben.

Einen Plan des Parks finden Sie hier

Das erste, was wir zu sehen bekommen, ist das Hans-Otto-Theater (2003-2006), das in der Schiffbauergasse gegenüber des Parks liegt.

1853-56 wurde der Flatowturm gebaut. Er ist 46m hoch und hatte früher eine Zugbrücke, die über einen Wassergraben führte. Diese ist nicht mehr vorhanden. Bei Plünderungen 1945 kamen auch die Möbel abhanden.

Flatowturm, Park Babelsberg, Potsdam

Wir passieren das Matrosenhaus (1842) und die Gerichtslaube (1871). Hier wurden beim Bau Teile der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gerichtslaube aus Berlin verwendet.

Am nördlichen Ende des Parks erreichen wir das Dampfmaschinenhaus. (1843-1845). Von hier aus fand die Bewässerung des Parks statt und außerdem konnte aus der angrenzenden Havel eine 40m hohe Wassefontäne emporgeschossen werden.

Anschließend fahren wir ein Stück zurück und verlassen schiebend den Hauptweg um zum Schloss zu gelangen.

Das Schloss (1835-1849) war Sommersitz des Prinzen Wilhelm (dem späteren Kaiser Wilhelm I) und seiner Frau Augusta.

Ursprünglich stand auch die Pfaueninsel auf unserem Programm, aber im Moment reicht es mit den Gärten, auch wenn sie alle sehr interessant sind.

Also machen wir uns auf dem Weg nach Berlin.

 

 

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