Tag 3 - 2.10.2012

Potsdam


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Unsere Fahrradroute durch Potsdam von 35km

Wir überlegen lange, ob wir mit der Bahn nach Potsdam fahren und dort öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Aber da es eine schöne und einfache Strecke am Wasser entlang gibt und das Wetter bilderbuchmäßig ist, entscheiden wir uns für die Räder.

Unsere neu erworbene Fahrradhalterung für das Navi wird angebracht, Navi eingestellt und wir machen uns auf den Weg.

Die Strecke am Wasser ist wirklich angenehm. Als erstes fällt uns ein Kongresszentrum auf, das auf dem Bild noch nicht einmal vollständig drauf ist. Es war einfach zu groß, um es kpl. auf's Bild zu bekommen. "Klotzen, nicht kleckern!"

Zuerst wollen wir in den Park Sanssouci. Im Park werden wir erst einmal "sehr freundlich" aufgefordert, von den Rädern zu steigen. Hier darf man nur auf dem Hauptweg Fahrrad fahren. Auf den anderen Wegen ist schieben angesagt und im Berreich des Schlosses ist selbst das untersagt.


Einen Plan des Parks finden Sie hier

 

Wir hatten den Park durch einen Nebeneingang betreten und wussten noch nicht einmal, ob wir auf einem Haupt- oder Nebenweg sind. Egal, unsere Schuld. Wir steigen ab und schieben brav unsere Räder zu unserem ersten Ziel, dem Charlottenhof.

Friedrich Wilhelm III kaufte das Schloss und schenkte es Weihnachten 1825 seinem Sohn Kronprinz Friedrich Wilhelm, der es als Sommersitz nutze. Er beauftragte den Architekten Schinkel mit dem Umbau in ein Schloss nach Vorbild römischer Villen.

Nur ein Stückchen weiter befinden sich die römischen Bäder. (1834-1840)

Auch hier wirkte der Architekt Schinkel. Verschiedene römische/ alt italienische Stilrichtungen wurden hier zusammengeführt.

Im römischen Bad wurde übrigens nie gebadet.

1755-1764 entstand der Pavillon im Park Sancoussi. Diesmal waren nicht die italienischen Stilrichtungen Vorlage, sondern die chinesischen, weshalb es auch chinesisches Haus oder auch chinesisches Teehaus heißt.

Wir kommen zum Schloss Sanssouci (1745-1747). Die Flügel wurden 1841 angebaut.

Hier ist der Park nicht mehr so schön leer. Wir hören rings um uns viele verschiedene Sprachen.

Wir könnten jetzt natürlich die Stufen zum Schloss erklimmen, aber wir kommen von der anderen Seite sowieso noch einmal am Schloss vorbei. Wir verlassen hier den Park Sanssouci und fahren zum Brandenburger Tor. Richtig gelesen - das gibt es in Potsdam auch.

Die vielen Cafes in der daran anschließenden Fußgängerpassage laden geradezu zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen ein.

Wir passieren die Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 (1734-1737). Das Haus wurde ursprünglich als Wohnhaus errichtet. Nachdem es zwischendurch unter anderem als Komandantenhaus und auch als Pferdelazarett genutzt wurde, diente es ab 1933 als Gefängnis. Bis 1945 waren hier Verfolgte des Nazi-Regimes inhaftiert, viele von ihnen wurden zum Tode verurteilt. Außerdem wurde es als "Erbgesundheitsgericht" genutzt, in dem mehr als 4.200 Frauen und Männer zur Zwangssterilisierung verurteilt wurden.

Von 1945 bis 1952 beanspruchte der sowjetische Geheimdienst das Haus für sich als Untersuchungsgefängnis. Mehrere Tausend Frauen und Männer waren hier unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert. Sie wurden verhört und erhielten lange Haftstrafen oder wurden zum Tode verurteilt.

Ab 1952 übernahm die Staatssicherheit der DDR das Haus und bis 1989 waren ca. 7000 Frauen und Männer den Verhörmethoden der Stasi schutzlos ausgesetzt.

 

 

An diesem Tag ist eine Besichtigung nicht möglich und wir fahren Richtung Norden zur russischen Kolonie Alexandrowa. König Friedrich Wilhelm III ließ die Siedlung 1826 für die letzten russischen Sänger eines Soldatenchors bauen.Die Kolonie ist UNESCO-Weltkulturerbe. Nördlich der Siedlung steht die Alexander-Newski-Kapelle.

Noch ein Stück weiter nörlich liegt der Pfingstberg mit dem Schloss Belvedere. (1847-1861) Das letzte Stück Weg zum Schloss müssen wir die Räder schieben. Es ist hier steil und sandig und außerdem das Fahrrad fahren verboten.

Das Gebäude ist im römischen Stil errichtet und beherbergt im Innenhof ein Wasserbassin zur Bewässerung des Neuen Gartens.

 

 

Außerdem befindet sich hier auf dem Berg der Pomonatempel (1801), Schinkels erstes Bauwerk. Der Teepavillon ist in Form eines griechischen Tempels erbaut.

Wir dürfen bergab fahren und begeben uns zum Holländischen Viertel. Es wurde 1733-1740 vom holländischen Baumeister J. Boumann erbaut.

Wir schlendern bei diesem herrlichen Wetter durch das idyllische Viertel.

An der französischen Kirche (1752) vorbei fahren wir zum Alten Markt.

In der Mitte des Alten Marktes steht ein Obelisk. Weiterhin befinden sich hier die Nikolaikirche (1830), die Fachhochschule Potsdam und das Alte Rathaus (1753), auf dessen Spitze der vergoldete Atlas zu sehen ist.

Wir fahren am Neuen Markt vorbei und erreichen den Neuen Lustgarten mit seinem Neptunbassin.

Anschließend begeben wir uns wieder Richtung Park Sanssouci (diesmal von der Nordseite) und passieren dabei das als Moschee verkleidete Dampfmaschinenhaus. (1841)

Wir erreichen wieder das Schloss und können es nun aus nächster Nähe von allen Seiten bestaunen.

Mich würde die Küche interessieren, da meine Urgroßmutter dort ihre Ausbildung zur Zeit von Kaiser Wilhelm machte. Ich kann eine Postkarte von der Küche erstehen, die ich meiner Mutter schicke, damit sie sieht, wo ihre Oma gelernt hat.

Wir passieren die Historische Mühle, das Orangerieschloss (1851), den Botanischen Garten (der leider gerade schließt), das Drachenhaus (1770) und erreichen schließlich das Neue Palais (1763). Hier sind heute die Philosophische Fakultät und die Institute für Mathematik, Physik und Sport untergebracht.

Nun reicht es uns für heute. Wir fragen unser Navi noch nach der nächsten Einkaufsmöglichkeit, steuern diese an und fahren anschließend wieder am Wasser entlang zurück.

Wir haben 35km zum Teil per Fahrrad, zum Teil zu Fuß zurückgelegt und sind ziemlich fertig. Nur noch etwas auf die Schnelle kochen und dann Füße ausstrecken und bloß nicht mehr bewegen.

 

 

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