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km: 183

07.07.2014 - Der Fluss Ahja

Wir nutzen die Gelegenheit zum Duschen, Frischwasser auffüllen und Abwasser und Chemie-Toilette entleeren.

Das Wetter ist fantastisch!

Wir wollen heute zum nahe gelegenen Taevaskodade matkarada. Zuerst fahren wir an der Abzweigung vorbei und landen auf einem anderen Wanderparkplatz. Wir bemerken unseren Fehler aber schnell und fahren ein Stück zurück. Jetzt sehen wir auch das Schild und biegen richtig ab. An einem Parkplatz steht eine kleine Tourist-Info. Für 0,10€ erstehe ich eine Wanderkarte. Der 3km lange Wanderweg weist einige Treppen auf. Eine davon ist im Moment gesperrt, aber der junge Mann in der Info meint, man könne vorsichtig dort entlang gehen.

 

Zunächst führt der Weg ein Stück geradeaus, bis wir an einen See gelangen. Ab hier geht es immer am Fluss entlang.

 

Ahja-Fluss

Es geht zwar beständig rauf und runter, aber der Weg ist nicht allzu schwer zu begehen.

Wir kommen an eine abgesperrte Treppe, über die quer ein Baum liegt. Dies ist das Stück Weg, von dem der junge Mann aus der Info gesprochen hatte. Da r aber auch gesagt hat, man könne vorsichtig dort entlang, klettern wir ein Stückchen weiter oben über das Geländer der Treppe und setzen unseren Weg fort.

Der Weg gelangt an eine Brücke. Hier überqueren wir den Fluß und erreichen eine große Lichtung, deren Ende von ohen Sandsteinfelsen eingesäumt ist. (Die sogenannten Himmelsforten). Man kann den Weg auch, statt über die Brücke zu gehen, erst einmal geradeaus fortsetzen. Dann gelangt man auf einen Weg oberhalb der Felsen und kann die Aussicht genießen.

Auf der Lichtung gönnen wir uns eine kleine Pause und anschließend geht es - diesmal auf der anderen Seite des Flusses - zurück. Unterwegs stoßen wir auf mehrsprachige (u. a. in Englisch) Hinweistafeln.

 

Auf unserem Rückweg treffen wir die Münchner wieder. Wie sich herausstellt hätten wir uns auch in Tartu schon treffen können, da sie gestern auch dort waren. Nach einem etwas längerem Plausch, setzen wir unseren Weg fort.

 

07.07.2014 - Vällamägi

Unser nächstes Ziel ist der Vällamägi, ein "Berg" in Estland. Seine Höhe beträgt ca. 300m.

Wir fahren an Põlva und Võru vorbei. Hinter Võru biegen wir von der 2 auf die rõuge–verijärve ab und fahren bis Kasaritsa. Wir sind völlig ratlos, wie wir zum Wanderweg gelangen. Wir fragen zwei Männer nach dem Weg, die leider kaum Englisch sprechen. Mit Händen zeigen sie 9 und sagen 8km die 161 entlang Richtung Haanja. Und richtig, hier finden wir ein Schild und biegen in eine kleine Seitenstraße ab.

Der Wanderparkplatz ist auch schnell gefunden. Bevor wir losgehen, trinken wir erst einmal einen Kaffee. Ein Wanderer kommt zurück zum Parkplatz. Er geht um unser Wohnmobil, dann zu seinem Wagen und holt einen Fotoapparat. Als er gerade knipsen will, sieht er mich durch die Scheibe. Er zeigt auf den Iveco und macht den Daumen hoch. Dann zeigt er auf den Fotoapparat und schaut mich fragend an. Als ich nicke, macht er ein paar Aufnahmen.

Der Weg ist zunächst einfach zu begehen. Uns fällt unterwegs auf, dass es immer mal wieder Abschnitte gibt, in denen Mücken in großer Zahl vertreten sind. Sie stürzen sich auf uns und wir machen schnell, dass wir weiterkommen.

Auch hier sind unterwegs insgesamt 12 Hinweistafeln angebracht.

Vor dem Gipfel wird es steil. Ein Seil als Handlauf zur Hilfe führt neben dem schmalen Pfad nach oben. Dieses Stück Weg ist der wahre Höllentrip! Myriaden von Mücken fallen über uns her. Sie sind überall. Wir stürzen den Weg förmlich bergauf. Das Seil können wir nicht benutzen, wir brauchen beide Hände, um um uns zu schlagen. Einen Stopp zum Atem holen können wir uns auch nicht gönnen, nur weiter, weiter, weiter... Meinen Blutdruck und Puls möchte ich jetzt gar nicht wissen. :-)

Endlich ist der Gipfel erreicht.

 

Hier sind nur einzelne Mücken und wir können kurz verschnaufen. Der Rest des Weges ist nicht mehr steil und wir sehen zu, dass wir zurück zum Wagen kommen. Nichts wie weg hier!

Bisher hatten wir auf unseren Spaziergängen lediglich vereinzelte Mücken,  die wir erfolgreich abwehren konnten. Diesmal war die Übermacht zu groß und sie haben sogar durch die Kleidung gestochen.

Es wird uns eine Lehre sein! Wir gehen künftig nicht mehr los, ohne Mückenschutz im Rucksack mitzuführen.

Unterwegs haben wir zwei Eichhörnchen, einen toten Maulwurf und jede Menge kleine schwarze Frösche gesehen. Sie waren gerade einmal so groß, wie ein 2-Cent-Stück.


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Inzwischen ist es 17.00 Uhr. Wir sind ziemlich geschafft und beschließen, auf dem Weg nach Valga nach einem Platz zum Übernachten Ausschau zu halten. Leider erreichen wir Valga, ohne einen geeigneten Platz gefunden zu haben. In Valga selbst ist jedoch ein Campingplatz angeschlagen. Wir fahren den Schildern nach und stehen schließlich in einer Wohngegend vor einem Haus mit Garten. Camping steht angeschlagen, also steige ich aus und erkundige mich bei 2 Männern, die im Garten sitzen. Sie teilen mir mit, dass der Besitzer nicht anwesend ist. Ein dritter Mann kommt gerade an und dieser ist etwas hilfsbereiter. Er wählt die Nummer des Besitzers und spricht mit ihm. Dann sagt er uns, dass kein Platz mehr frei ist. ??? Hier steht weder ein Zelt und schon gar kein Wohnmobil. Der Besitzer hat nur wahrscheinlich gerade keine Lust zu kommen. Dann eben nicht.

 

Einen anderen Platz, auf dem wir übernachten könnten finden wir auch nicht. Also fahren wir weiter. Wieder auf der Landstraße steht Camping angeschlagen. Wir biegen in die entsprechende Straße ein und ... nichts. Kein Schild mehr, kein Hinweis. Wieder fahren wir weiter bis irgendwo abermals ein Campingschild auftaucht. Diesmal steht an jeder Abzweigung ein Schild und führt uns tatsächlich zu einem Campingplatz.

Der Betreiber ist Deutscher, den es vor vielen Jahren hierher verschlagen hat. Hier kan man auch Zimmer mieten und Kanu fahren.

Eine Pfadfindergruppe hat sich Zimmer gemietet. Auf der großen Wiese sind wir wieder einmal ganz alleine. Bis auf die vielen Mücken. Sind die uns gefolgt?

Unsere zusätzlichen Fliegennetze machen sich bezahlt!